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3 Geschichtchen- erster Teil

Liebe Leser, lange hat es gedauert, aber nun ist es wieder soweit. Heute habe ich drei Leuten erlaubt kurz zu Wort zu kommen und unser Leben mit einer Geschichte ihres Alltags zu bereichern. Habs in 3 Bolgeinträge unterteilt. Also schaut euch auch die vorherigen Einträge, nicht nur den aktuellsten an. 1. Heyho, mein Name ist Jeremias. Man beschreibt mich als gemütlicher Zeitgenosse, manchmal als schüchtern. Zur Zeit gehe ich zweimal die Woche abends in die Organisation CENA, die mit Randgruppen arbeitet. Der Sitz der Organistion ist im Stadtzentrum, ein großes gelbes Haus mit 2 Meter hohem Zaun. Da die CENA bekanntlich einen guten Draht zu den Stadtbewohnern hat, die nicht in festen Häusern wohnen, muss man sich manchmal einen Weg zwischen Beinen, Armen, Köpfen, etc. bahnen um durch die Eingangstüre zu kommen. Lange Rede kurzer Sinn: Eines Tages beschloss ich freitagmittags die Leute der Cena kennenzulernen, die so gestört sind und die meiste Zeit ihres Lebens mit den Mitbürgern verbringen, die nur des Namens wegen MITbürger genannt werden, denn eigentlich, will sie keiner MITmachen lassen. Ich klingele an der Pforte….schon ein bisschen nervös, denn außer mir scheint niemand sich im Erdgeschoss aufzuhalten…. Es dauert…ein Fenster im ersten Stock geht auf…wird wieder geschlossen…mhm…soll ich nochmal klingeln? Es rührt sich was. Ja, durch die Glastür sichtbar, scheint eine kleine Frau auf mich zuzukommen. Ich bin nicht groß, aber sie ist bestimmt 2 Köpfe kleiner. Bestimmt hebt sie den Kopf und fragt was ich will….“Ich würde mir gerne die CENA anschauen“…Es folgt ein Strinrunzeln und zögerlich ein netter Hinweis darauf, dass es für Obdachlosen nur dienstags ein Angebot zum Essen und Duschen gibt…Ganz verstanden hab ich das nicht. Muss wohl an meinem Vollbart liegen…geduscht habe ich eigentlich gerade . Na, ja um abzuschließen: Letztendlich hab ich an der Mitarbeitersitzung teilgenommen und hab es von der Bezeichung „Obdachloser“ zu dem Spitznamen „Jesus“ gebracht!(-ob das wohl auch am Vollbart liegt?-) …und innerhalb von 2 Wochen…das nenn ich keinen Sprosse, sondern einen Hochsprung auf der Karriereleiter!!!

1 Kommentar 24.10.12 03:21, kommentieren

Zweites Geschicht(chen)

2. Meinen Namen muss ich nicht nennen, der tut nichts zur Sache. Neulich saß ich an einer Omnibushaltestelle nahe bei einem großen Platz im Zentrum Sao Paulos. Zentrum Sao Paulo – dazu muss ich nicht viel sage, über die Sicherheitslage und Durchschnittsbevölkerung wisst ihr ja Bescheid. Es war zwischen 7 und 8 Uhr morgens. Ungefähr 8 bis 10 Leute befanden sich vor Ort: alle warten , sitzend, stehend, sich unterhaltend, schlafend…als ein Mann in einer muffigen, süffigen Decke eingehüllt vor uns niederkniet und mit tieftrauriger Stimme erzählt, dass er nur 1,50 RS (ca.60 Cent) hat, um sich Essen für diesen Tag zu besorgen. Die ersten Minuten schauen alle betroffen zur Seite. Die Frau rechts neben mir führt ihr Gespräch etwas leiser weiter. Der Mann der mir schräg gegenüber steht, spielt mit seinem Handy. Andere starren zu Boden. Etwas lauter fährt der Mann fort. Während er spricht bewegt er seinen Oberkörper vor und zurück (- nein er war nicht Richtung Mekka ausgerichtet- ). „Seht mich doch an, euch geht es allen gut. Ihr habt keine Ahnung wie hart es ist, auf der Straße zu leben und jeden Tag um Essen zu betteln. Ich weiß nie, ob ich den Tag überlebe…mit nur einem Real habt ihr mir schon geholfen….also was ist,…wollt ihr mir nicht helfen?“ Stille. Mittlerweile betretenes Schweigen. „ Leute, schaut mich an, nach dem Frühstück weiß ich nicht mehr wie es weitergehen soll, nur ein bisschen Geld, ist das zu viel verlangt?“ Er wird forscher. Keiner rührt sich, aber er hat alle Aufmerksamkeit. Er erhebt sich.“ Was ist das heute für eine Ignoranz!!!Ihr seid alle unmöglich keiner will mir helfen. Seht ihr lieber zu wie einer verhungert! Verzogenes Volk!“ Nichts mehr mit weinerlicher, bettelnder, mitleiderregender Stimme….er hat sich in Rage geredet...ist aggressiv. Die Stimmung ist geladen. Eine Frau hält dem Druck nicht mehr stand und beginnt in ihrer Tasche zu kramen. Sie holt eine Kekspackung hervor und hält sie dem Mann hin. „Gott segne dich“ – er spuckt auf den Boden und verschwindet. Na lieber Leser, atmest du jetzt auf und denkst. „ Wie sind die Leute doch ignorant. Wollen dem eigenen Volk nicht helfen, lassen die eigenen Leute noch verhungern…Gott sei Dank, gab es zumindest einen Menschen, der das Herz am richtigen Fleck hatte!!!“ Bitte lese jetzt weiter und vergiss nicht dieses kleine Detail: Während der gesamten Szene hält der bettelende Mann seine Metallpfeife zum Crackrauchen und ein Kästchen mit „Steinen“(Crack) in der linken Hand- für alle offensichtlich. Bitte stelle jetzt nicht die Frage in was er die 1, 50 RS die er zu diesem Zeitpunkt besaß am Ende des Tages investiert hat. Und eine letzte Zusatzinformation: Kekspackungen lassen sich im Crackland in Sekundenschnelle in die wahre Nahrung des Bittenden umtauschen…war das geben einer Kekspackung die richtige Reaktion der Nächstenliebe?

24.10.12 03:20, kommentieren

Drittes Geschichtchen

3. Mein Name ist Leandro. Also, na,ja , meine momentane Situation ist nicht unbedingt günstig. Ich bin auch nicht ein Mann vieler Worte, deswegen mache ich es kurz: Folgendes- ich befinde mich in einer Therapieeinrichtung auf dem Land, nahe Sao Paulo. Es handelt sich um eine Farm, die so richtig in der Pampa liegt. Keine Stadt, keine anderen Menschen bis auf meine Mitbewohner und den Mitarbeitern. Das kann einen manchmal schon irre machen. Normalerweise ist die Regel, dass man nach einem Monat alle 14 Tage am Wochenende Besuch bekommen darf. Zudem kann man von Beginn an samstags und sonntags angerufen werden und 10 Minuten telefonieren. Bei mir ist das momentan allerdings ein bisschen anders. Ich kann die nächsten 2 Monate keinen Besuch bekommen und darf auch keine Telefongespräche führen. Hart nicht?! Warum- fragst du?...Na, ja…ich hab ein bisschen Mist gebaut…hab ne Hanfpflanze von zu Hause mitgenommen und angebaut. Gute Erde, sag ich euch!!! Letzte Woche haben wir dann ein bisschen geerntet und geraucht….“Ist doch nicht so wild, mach ich auch ab und zu“, sagst du - DU bist auch nicht auf einer Therapieeinrichtung mit dem Ziel ein drogenfreies Leben zu führen. …bin ICH das??!!

24.10.12 03:19, kommentieren

V E R L O R E N !?

Ort 1: Die Nacht ist sternenklar. Die Luft ist rein. Man hört es Zierpen. Ein tiefer Atemzug. Wir stehen auf einem Berg. Wir stehen in wadenhohem Gras. Um uns herum befindet sich eine Hügellandschaft, übersäht mit verschiedensten Arten von Bäumen, die meisten davon Kiefern. Zwischendrin gibt es freie Flächen, voll mit grünem Gras. Vor uns liegt ein wunderschöner See. Das stille Wasser lässt die Seele aufatmen und hat eine beruhigende Wirkung. Alles in allem: ein Ort an dem man ankommen kann und die Schönheit der Natur sich in kleinsten Dingen offenbart. Trotz all dieser unglaublichen Schönheit wollen wir auf dem Boden bleiben. Es war ein durchwachsener Tag. Mit 50 Leuten an diesem Ort zu wohnen ist kein Zuckerschlecken: Zickenkrieg, Stress mit den Leitern, das Essen hätte mit weniger Salz sein können, beim Fußball verloren…und was einfach unglaublich nervt: der Zimmerkollege lässt das nasse Handtuch immer auf dem Boden liegen lässt. Eine der Frauen ist weggegangen, hat es nicht gepackt…hat vorher noch `ne Menge an Tabletten in sich reingehauen- Ja, das gehört hier zum Leben. Genau wie das leckere Essen an dem es nie fehlt, das Gefühl zum ersten Mal im Leben nicht abhängig zu sein, der Spaß mit den Kollegen, das Gefühl Teil einer großen Familie zu sein, ab und zu einfach so in den Arm genommen zu werden. Ein Dach über dem Kopf zu haben, abends entspannt vor den Fernseher zu sitzen,…und wie bereits in der etwas ausführlichen Einleitung erwähnt, die wunderschöne Natur! Ort 2: Die Luft ist dick. Der Nebel…ähh, ich meine Smog sitzt tief. Der Kopf schwirrt. Wo sind meine Sachen? Nein….dieser A***, verfl*** , der soll sich verpissen. Ähh, was hab ich eben noch gesucht. „Die Treppe hoch, die Treppe runter, immer wieder dasselbe, wir sind doch nur Dreck. Die Treppe hoch, die Treppe runter, immer wieder dasselbe, wir sind doch nur Dreck. Die Treppe hoch, die Treppe runter, immer wieder dasselbe, wir sind doch nur Dreck. Die Treppe…“ wiederhohle ich mich? Ach, sch*** drauf. Huch, gerade laufen war auch gestern. „Thiago, gib mir endlich den Stein (Anmerkung des Autors: Stein: Crack)!! Geld? Hab ich doch eben noch in den Händen gehabt…oh Mann, ich will jetzt nicht schon wieder Programm machen (Anmerkung des Autors: das bezieht sich vor allem auf Frauen, wenn ihr versteht was ich meine... )Aber mir ist kalt. „Gib mir endlich den Stein, Onkel….ein ZUG…ok, jetzt kannst du auch mit mir machen was du willst. Ich spür nichts mehr…ich hebe ab. Es geht mir gut…Um mich herum sind alle verrückt. Wie im Irrenhaus. Ein Mann im Anzug tanzt und singt lautstärk ein Lied, er torkelt, er fällt. Zwei Männer und eine Frau sitzen am Boden und ziehen, Skelete. Ein kleiner Junge, von Kopf bis Fuß schmutzig, schaut mich mit großen starren und leeren Augen an. Um mich herum sind mindestens 80 Personen, abgemagert, die Haare stehen ihnen zu Berge, mit zerrissenen Kleidern. Ein Mann sucht am Boden kriechend (Anmerkung des Autors: seine Fortbewegungsart würde Forscher im Bereich der Tierwelt interessieren) nach einem Stein. Ein Mann durchquert die Menschenmenge, auf seinem Kopf sitzt eine Perücke, die verfilzt ist und er singt ein altes Kinderlied….Und so vielfältig ihre Verhaltensweisen auch sind, eines haben sie alle gemeinsam: diese leeren Starren Augen, die nur auf das eine fixiert sind und an ihrer Stirn scheint ein riesiges unsichtbares Schild „V E R L O R E N“ zu hängen. Gesundheit, Familie, Würde, Lebenswillen, Kraft, Freiheit, - ja sie selbst haben sich V E R L O R E N. Kann mir jemand erklären warum so viele Menschen Ort 1 verlassen um sich freiwillig in der Hölle zu verlieren???

26.9.12 02:01, kommentieren

Berge und Täler

Lust auf eine Bergtour? Noch kannst du aussteigen und das kleine weiße Kreuz, das rot hinterlegt ist rechts oben drücken. Ok – du hast dich entschieden. Das freut mich. Kanns losgehen, oder musst du noch schnell ein paar Dinge abschließen und dich wanderfest einrichten („Dinge“  facebook wegklicken, Handy lautlos schalten, Zimmertüre zumachen, „Wanderfest einrichten“  auf einen bequemen Stuhl setzen, Beine hochlegen,…) Kurze Einführung: In den beiden einleitenden Sätzen ist dem ein oder anderen schlauen Mitbürger vielleicht aufgefallen, dass es sich nicht um eine gewöhnliche Bergtour handelt. Lass dich dadurch aber nicht abschrecken. Immerhin hast du dich schon entschieden und vorbereitet. Zurückzugehen wäre jetzt viel zu anstrengend. Gut. Motiviert machen wir uns auf den Weg, voller Bilder der wunderschönen Landschaft auf die wir uns freuen. Aber was treffen wir an? (Teamsitzung Mittwoch mit folgendem Bericht: Die Kinder die Donnerstags zum Mittagsprogramm kommen gehen teilweise nicht in die Schule. Es müssen Grenzen gezogen werden. Wenn sie nicht in die Schule gehen, dann dürfen sie auch nicht am Programm und an der Fußballschule der CENA teilnehmen. Die Kinder kommen aus sozial sehr schwachen Familien. Gewalt, Missbrauch und Prostitution sind mehr als nur im Fernsehen zu sehen und erleben. Am Abend zuvor meinte eine Mutter zu einem Mitarbeiter: Am liebsten würde sie ihre Tochter weggeben. Ob sie nicht einen Platz wüssten. Die Tochter sei unmöglich. Man könnte mit ihr nicht zusammenleben. Außerdem wollte sie, sie sowieso nie. Die Tochter war anwesend. Am selben Abend passen zwei der Mädchen, die zum Programm kommen, ein anderes Mädchen ab und schlagen auf sie ein. Die Mädchen sind zwischen 10-14 Jahre alt.) Ein tiefes Tal. Ich werde an dieser Stelle nur am Rande erwähnen, dass die betroffenen Kinder schon über Jahre in die CENA kommen, sie sind Teil der Familie. Das Tal erscheint tiefer und dunkler. An den Bäumen hängen Verständnislosigkeit und Hoffnungslosigkeit…)ABER nicht vergessen wir sind unterwegs! Nach einem Tag wandern…. Was treffen wir an? (Seit 10 Uhr morgens sind 4 der Mädchen schon am Vorbereiten. Auf Bitten der Kinder wird das wöchentliche Nachmittagsprogramm nicht wie gewöhnlich von den Tios /Tias (Onkels/Tanten  gestaltet, sondern von ihnen. Sie kümmern sich um das Essen, die Spiele, die Andacht, das Abholen der Kinder…die Tios/Tias sollen einfach nur entspannen und mitmachen. ) Wer von euch nicht an Wunder glaubt, den bitte ich nun sich vorzustellen, dass wir einen gigantischen Berg bestiegen haben, neben dem Gipfelkreuz stehen und auf eine WUNDERschöne Landschaft schauen. Der Anblick der sich uns bietet ist überwältigend und von solcher Majestät und Schönheit, dass Worte nicht ausreichen um ihn zu beschreiben. (An alles ist gedacht. Bei dem Fußballturnier der Tios/Tias gegen die Kids gibt es mehr Punkte für Teamgeist und Fairness. Thema der Andacht ist „Dankbar zu sein – jeden Tag!“ Gedanken zu diesem Thema von einem Mädchen, das ca.14 Jahre alt ist, und bestimmt unglaublich viele Gründe hat Gott zu hinterfragen, warum es nicht an einem anderen Ort in anderen Umständen aufgewachsen ist. Ein liebevoll zubereitetes Essen, dass den Tios/Tias und Kindern serviert wird. Ein gigantischer Kuchen mit Danksagung an jene.) Beim Anblick dieser WUNDERschönen Landschaft löst sich eine Träne in einem Augenwinkel…

2 Kommentare 18.9.12 04:03, kommentieren

CRACKLAND

CRACKland: CRACK ist eine Droge, die aus Kokainsalz und Natriumhydrogencarbonat (Natron) hergestellt wird. Sie wird in kleinen Pfeifen geraucht und wirkt extrem schnell in ca. 8 bis 10 Sekunden. CRACK ist die Droge mit dem höchsten psychischen Abhängigkeitspotenzial. Bei Langzeitkonsumenten kommt es zum Ausfallen der Zähne, Charakterveränderung, Wahnvorstellungen, Psychosen, Dermatozoenwahn Soziale Vereinsamung - Jaja, was würden wir nur ohne das gute Wikipedia tun. crackLAND: LAND ist ein Viertel in einer Millionenstadt, die sich unglaublich schnell entwickelt und in manchen Vierteln schon über den westlichen Standard hinausschießt. LAND dagegen ist voll von alten Fabrikgebäuden und anderen sanierungsbedürftigen Konstruktionen. Eine Straße in LAND bewohnen ca. 80 Personen, die eine eigene Kultur entwickelt haben. LAND besteht aus vielen solcher Straßen. Es ist gängig den Tag über auf dem Boden zu liegen, zwischendurch kleine Unternehmungen zu machen, die durchaus lukrativ sind und das spätere entspannen mit CRACK ermöglichen. Langzeitaufenthalt führt zu Beschaffungskriminalität, Suchtmittelabhängigkeit, Prostitution und Verlust von allem was persönlichen Wert hat – Jaja, manchmal würde ich gerne auf eigene Augen und Ohren verzichten: „Marcio“ – das war sein Name. Von dem frechen Grinsen und der Schalk letzter Woche war herzlich wenig übriggeblieben. Gehe ich zu ihm hin, durch die Menge „verrückter“ Menschen, oder bleibe ich lieber ein paar Meter entfernt stehen und beobachte, d.h. schaue weg? Nein, ich gehe. „Marcio“ er hebt seinen Kopf und schaut mich an – in der rechten Hand eine Pfeife aus Metall – mit einem Blick der durch mich hindurchgeht. „Ah, hallo, du bist – die andere Hand versucht Klebeband an dem Ende der Pfeife zu fixieren - von der CENA“. „Ja, wie geht es dir?“. „Gut, ich erinnere mich an dich“. „Kommst du – das Klebeband will nicht halten - morgen wieder vorbei?“ „Ja, ich komme…. Weißt du ich bin meines Lebens – nochmals wird das Klebeband um die Pfeife gewickelt - müde!“ „Komm vorbei, du weißt, dass es immer die Möglichkeit sein Leben zu ändern.“ „Ich will etwas ändern.“ „Wie lange lebst du schon – die linke Hand zittert- im Crackland?“ „Zwei Jahre, ich hatte davor alles.“ Er zückt ein zerknittertes Papier. Darauf sind Bilder von ihm abgedruckt, - versehentlich sind nun die Löcher der Pfeife verstopft - wie er Teil einer Show ist, die Madonna imitiert: Langes blondes, gewelltes Haar, dicker Lippenstift, Eyeliner, knappes Top. „Ich hatte sechs –das Klebeband wird wieder etwas zurückgeschoben - Jahre eine Freundin. Sie wollte mich, - die rechte Hand greift in die Hosentasche - trotz meinem Auftreten und meiner Art. Dann machte sie Schluss.“ „ Das – zwei Steine kommen zum Vorschein - war vor zwei Jahren?“ „Genau, ich wurde depressiv –die Steine werden in der Pfeife positioniert und angezündet -, begann zu konsumieren, bin hier gelandet.“ „ Sehen wir uns – die Pfeife wird an den Mund geführt - morgen?“ Beschämt dreht er seinen Kopf weg. „Bis morgen!?“ – ein tiefer Zug…

11.9.12 04:04, kommentieren

CRACKLAND

CRACKland: CRACK ist eine Droge, die aus Kokainsalz und Natriumhydrogencarbonat (Natron) hergestellt wird. Sie wird in kleinen Pfeifen geraucht und wirkt extrem schnell in ca. 8 bis 10 Sekunden. CRACK ist die Droge mit dem höchsten psychischen Abhängigkeitspotenzial. Bei Langzeitkonsumenten kommt es zum Ausfallen der Zähne, Charakterveränderung, Wahnvorstellungen, Psychosen, Dermatozoenwahn Soziale Vereinsamung - Jaja, was würden wir nur ohne das gute Wikipedia tun. crackLAND: LAND ist ein Viertel in einer Millionenstadt, die sich unglaublich schnell entwickelt und in manchen Vierteln schon über den westlichen Standard hinausschießt. LAND dagegen ist voll von alten Fabrikgebäuden und anderen sanierungsbedürftigen Konstruktionen. Eine Straße in LAND bewohnen ca. 80 Personen, die eine eigene Kultur entwickelt haben. LAND besteht aus vielen solcher Straßen. Es ist gängig den Tag über auf dem Boden zu liegen, zwischendurch kleine Unternehmungen zu machen, die durchaus lukrativ sind und das spätere entspannen mit CRACK ermöglichen. Langzeitaufenthalt führt zu Beschaffungskriminalität, Suchtmittelabhängigkeit, Prostitution und Verlust von allem was persönlichen Wert hat – Jaja, manchmal würde ich gerne auf eigene Augen und Ohren verzichten: „Marcio“ – das war sein Name. Von dem frechen Grinsen und der Schalk letzter Woche war herzlich wenig übriggeblieben. Gehe ich zu ihm hin, durch die Menge „verrückter“ Menschen, oder bleibe ich lieber ein paar Meter entfernt stehen und beobachte, d.h. schaue weg? Nein, ich gehe. „Marcio“ er hebt seinen Kopf und schaut mich an – in der rechten Hand eine Pfeife aus Metall – mit einem Blick der durch mich hindurchgeht. „Ah, hallo, du bist – die andere Hand versucht Klebeband an dem Ende der Pfeife zu fixieren - von der CENA“. „Ja, wie geht es dir?“. „Gut, ich erinnere mich an dich“. „Kommst du – das Klebeband will nicht halten - morgen wieder vorbei?“ „Ja, ich komme…. Weißt du ich bin meines Lebens – nochmals wird das Klebeband um die Pfeife gewickelt - müde!“ „Komm vorbei, du weißt, dass es immer die Möglichkeit sein Leben zu ändern.“ „Ich will etwas ändern.“ „Wie lange lebst du schon – die linke Hand zittert- im Crackland?“ „Zwei Jahre, ich hatte davor alles.“ Er zückt ein zerknittertes Papier. Darauf sind Bilder von ihm abgedruckt, - versehentlich sind nun die Löcher der Pfeife verstopft - wie er Teil einer Show ist, die Madonna imitiert: Langes blondes, gewelltes Haar, dicker Lippenstift, Eyeliner, knappes Top. „Ich hatte sechs –das Klebeband wird wieder etwas zurückgeschoben - Jahre eine Freundin. Sie wollte mich, - die rechte Hand greift in die Hosentasche - trotz meinem Auftreten und meiner Art. Dann machte sie Schluss.“ „ Das – zwei Steine kommen zum Vorschein - war vor zwei Jahren?“ „Genau, ich wurde depressiv –die Steine werden in der Pfeife positioniert und angezündet -, begann zu konsumieren, bin hier gelandet.“ „ Sehen wir uns – die Pfeife wird an den Mund geführt - morgen?“ Beschämt dreht er seinen Kopf weg. „Bis morgen!?“ – ein tiefer Zug…

11.9.12 04:04, kommentieren