Meta





 

V E R L O R E N !?

Ort 1: Die Nacht ist sternenklar. Die Luft ist rein. Man hört es Zierpen. Ein tiefer Atemzug. Wir stehen auf einem Berg. Wir stehen in wadenhohem Gras. Um uns herum befindet sich eine Hügellandschaft, übersäht mit verschiedensten Arten von Bäumen, die meisten davon Kiefern. Zwischendrin gibt es freie Flächen, voll mit grünem Gras. Vor uns liegt ein wunderschöner See. Das stille Wasser lässt die Seele aufatmen und hat eine beruhigende Wirkung. Alles in allem: ein Ort an dem man ankommen kann und die Schönheit der Natur sich in kleinsten Dingen offenbart. Trotz all dieser unglaublichen Schönheit wollen wir auf dem Boden bleiben. Es war ein durchwachsener Tag. Mit 50 Leuten an diesem Ort zu wohnen ist kein Zuckerschlecken: Zickenkrieg, Stress mit den Leitern, das Essen hätte mit weniger Salz sein können, beim Fußball verloren…und was einfach unglaublich nervt: der Zimmerkollege lässt das nasse Handtuch immer auf dem Boden liegen lässt. Eine der Frauen ist weggegangen, hat es nicht gepackt…hat vorher noch `ne Menge an Tabletten in sich reingehauen- Ja, das gehört hier zum Leben. Genau wie das leckere Essen an dem es nie fehlt, das Gefühl zum ersten Mal im Leben nicht abhängig zu sein, der Spaß mit den Kollegen, das Gefühl Teil einer großen Familie zu sein, ab und zu einfach so in den Arm genommen zu werden. Ein Dach über dem Kopf zu haben, abends entspannt vor den Fernseher zu sitzen,…und wie bereits in der etwas ausführlichen Einleitung erwähnt, die wunderschöne Natur! Ort 2: Die Luft ist dick. Der Nebel…ähh, ich meine Smog sitzt tief. Der Kopf schwirrt. Wo sind meine Sachen? Nein….dieser A***, verfl*** , der soll sich verpissen. Ähh, was hab ich eben noch gesucht. „Die Treppe hoch, die Treppe runter, immer wieder dasselbe, wir sind doch nur Dreck. Die Treppe hoch, die Treppe runter, immer wieder dasselbe, wir sind doch nur Dreck. Die Treppe hoch, die Treppe runter, immer wieder dasselbe, wir sind doch nur Dreck. Die Treppe…“ wiederhohle ich mich? Ach, sch*** drauf. Huch, gerade laufen war auch gestern. „Thiago, gib mir endlich den Stein (Anmerkung des Autors: Stein: Crack)!! Geld? Hab ich doch eben noch in den Händen gehabt…oh Mann, ich will jetzt nicht schon wieder Programm machen (Anmerkung des Autors: das bezieht sich vor allem auf Frauen, wenn ihr versteht was ich meine... )Aber mir ist kalt. „Gib mir endlich den Stein, Onkel….ein ZUG…ok, jetzt kannst du auch mit mir machen was du willst. Ich spür nichts mehr…ich hebe ab. Es geht mir gut…Um mich herum sind alle verrückt. Wie im Irrenhaus. Ein Mann im Anzug tanzt und singt lautstärk ein Lied, er torkelt, er fällt. Zwei Männer und eine Frau sitzen am Boden und ziehen, Skelete. Ein kleiner Junge, von Kopf bis Fuß schmutzig, schaut mich mit großen starren und leeren Augen an. Um mich herum sind mindestens 80 Personen, abgemagert, die Haare stehen ihnen zu Berge, mit zerrissenen Kleidern. Ein Mann sucht am Boden kriechend (Anmerkung des Autors: seine Fortbewegungsart würde Forscher im Bereich der Tierwelt interessieren) nach einem Stein. Ein Mann durchquert die Menschenmenge, auf seinem Kopf sitzt eine Perücke, die verfilzt ist und er singt ein altes Kinderlied….Und so vielfältig ihre Verhaltensweisen auch sind, eines haben sie alle gemeinsam: diese leeren Starren Augen, die nur auf das eine fixiert sind und an ihrer Stirn scheint ein riesiges unsichtbares Schild „V E R L O R E N“ zu hängen. Gesundheit, Familie, Würde, Lebenswillen, Kraft, Freiheit, - ja sie selbst haben sich V E R L O R E N. Kann mir jemand erklären warum so viele Menschen Ort 1 verlassen um sich freiwillig in der Hölle zu verlieren???

26.9.12 02:01

Letzte Einträge: 30 min facebook Sao Paulo- 12.11.2012 - 21:11 Uhr, Anmerkungen zu dem Stadtplan ganz besonderer Art, Ihr hattet Recht ;), Von Situationen, wie dem Ein- und Ausräumen der Süplmaschine, Rein - 3 Wochen - Anders raus, Kurzszenen aus dem Leben der Christiane S. ;)

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen